Homepage von Stefan Meier
    
   



  

GESCHRIEBENES

Leben nichts als Leben:


Je mehr du gibst, um so mehr wächst du. Es muß aber einer da sein, der empfangen kann. Und es ist kein Geben, wenn man dabei nur verliert.
( Antoine de Saint-Exupéry)

Wenn wir nur für das Geld und den Gewinn arbeiten, bauen wir uns ein Gefängnis und schließen uns wie Klausner ein. Geld ist nur Schlacke und kann nichts schaffen, was das Leben lebenswert macht.
(Antoine de Saint-Exupéry)

Die Erfahrung lehrt uns, daß Liebe nicht darin besteht, daß man einander ansieht, sondern daß man gemeinsam in gleicher Richtung blickt.
( Antoine de Saint-Exupéry)


Geschichten von Nasreddin Hoca:

 

Der Standpunkt


Nasreddin saß am Flussufer, als jemand vom anderen Ufer aus rief: „Wie komme ich denn hier auf die andere Seite?“ Drauf antwortete Nasreddin: „Du bist auf der anderen Seite!“

Der Schmuggler

Wieder und wieder überquerte Nasreddin die Grenze zwischen Persien und Griechenland auf Eselsrücken. Jedes Mal hatte er zwei Körbe mit Stroh dabei und kam ohne sie zurück. Jedes Mal untersuchte die Wache ihn wegen Schmuggelware. Niemals fand man etwas. „Was bringst du herüber?“, fragten sie ihn. „Ich bin ein Schmuggler.“, antwortete er immer. Jahre später, Nasreddin machte einen immer wohlhabenderen Eindruck, zog er nach Ägypten. Dort begegnete er einem der Grenzwächter. „Sag einmal, Nasreddin, jetzt wo du außerhalb der Gerichtsbarkeit von Griechenland und Persien bist und hier in solchem Wohlstand lebst, sage mir doch, was war es eigentlich, was du geschmuggelt hast, als wir dich nie überführen konnten.“ „Esel“.

Hier zeigt Nasreddin, dass dem gewöhnlichen Menschen ein großer Teil der Bedeutung des Lebens entgeht, weil er in Schablonen denkt, und sich nicht auf eine ganz andersartige Sicht der Dinge einstellen kann. Er mag leben, ja sogar Fortschritte machen, aber er versteht nicht alles, was um ihn her vorgeht.

 


Ich bin hier, weil es letztlich kein Entweichen vor mir selbst gibt.
Ich bleibe solange auf der Flucht, bis ich mich Euren Augen und Herzen zu stellen wage.
Ehe ich es nicht ertrage, mein innerstes Geheimnis mit Euch zu teilen, kann ich nicht davon befreit werden. Ich werde einsam bleiben.

Hier in der Gemeinschaft kann ich mir selbst begegnen,
nicht als Riese meiner Träume und auch nicht als Zwerg meiner Ängste
sondern als Mensch, der als Teil des Ganzen mitwirkt.

Auf diesem gemeinsamen Grund kann ich Wurzeln schlagen und wachsen.
Nicht mehr alleine wie im Tod,

sondern Lebendig als Mensch unter Menschen.

Beauvais


Die Perspektive


In einem chinesischen Dorf, damals als noch die Kaiser regierten, wohnte einst ein Bauer. Es war ein sehr armes Dorf, Hunger und Not waren alltägliche Vertraute, und dieser Bauer war der einzige, der ein Pferd besass und damit über einen gewissen Wohlstand verfügte. Deshalb wurde er von seinen Nachbarn bewundert.

Eines Tages brach dieses Pferd aus dem Stall aus und verschwand. Darauf kamen seine Nachbarn zu ihm gelaufen und beklagten sein Schicksal:
»Ärmster, jetzt bist Du noch viel schlimmer dran als wir.«
Der alte Bauer blieb stumm, sein Gesichtsausdruck friedlich. Nach einiger Zeit, während der seine Nachbarn immer noch jammerten und sein Schicksal beklagten, stahlen sich jedoch kleine feine Lachfältchen in sein zerfurchtes Pergamentgesicht und er sagte bedächtig nur ein einziges Wort:
»Vielleicht.«

Nach einigen Tagen kehrte sein Pferd zurück. Sie war eine rossige Stute und in ihrer Begleitung befand sich ein Wildhengst. Nun besass er zwei Pferde. Seine Nachbarn kamen wieder herbeigerannt, sprachen in höchsten Tönen davon, was für ein Glückskind er doch sei. Selbst Unglück wende sich für ihn zu Glück.
Wiederum schwieg er eine lange Zeit, bevor er sprach:
»Vielleicht.«

Der Bauer hatte einen Sohn. Damals waren Söhne für die Eltern die einzige Altersvorsorge und dieser war ein ganz besonderes Prachtstück, stark und treu. Er versuchte, den Wildhengst zuzureiten, wurde abgeworfen und brach sich dabei ein Bein.
Die Nachbarn, kaum war ihnen dieser neue Schicksalsschlag zu Ohren gekommen, eilten herbei, klagend und mitleidig.
Und wieder sagte er nur das eine Wort …

Nun begab sich zu dieser Zeit, dass Krieg ausbrach. Der Kaiser schickte seine Werber übers Land, um Soldaten auszuheben. Sie kamen auch in dieses Dorf, nahmen mit Gewalt alle jungen Männer mit, in eine mehr als ungewisse Zukunft, aus der sie möglicherweise nicht zurückkehren würden.
Alle ausser einem.
Und der weise alte Chinese lächelte und sagte: … usw. …

(Unbekannt)


Menschen sind Teil eines Ganzen, welches von uns Universum genannt wird, ein Teil begrenzt durch Zeit und Raum.
Wir erfahren uns selbst, unsere Gedanken und Gefühle, als etwas getrennt vom Rest – als eine Art optische Täuschung des Bewusstseins.
Diese Täuschung ist eine Art Gefängnis unser selbst, das unsere persönlichen Wünsche und unsere Zuneigung zu den wenigen vertrauten Personen einschränkt.
Unsere Aufgabe muss es sein, uns selbst aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir unseren Kreis des Mitleids zu einem Umarmen aller lebenden Kreaturen erweitern und die ganze Natur in ihrer Schönheit erfassen.

(Albert Einstein)


Autobiographie in fünf Kapiteln:


1.) Ich gehe eine Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich falle hinein. Ich bin verloren … ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder heraus zu kommen.

2.) Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

3.) Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein … aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.

4.) Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.

5.) Ich gehe eine andere Straße.


Die alten Schienen,
die ich jahrelang befuhr,
waren mir bekannt.
Unbekannt war mir
die Fahrtroute
die stand im Fahrplan Anderer
trotzdem wagte ich mich nicht
von diesen Schienen
bis ich entgleiste.
Jetzt lege ich
meine eigenen Schienen
von Station
zu Station.

(Unbekannt)


Der Spatz und der Kuhfladen


Es war einmal …
ein nonkonformistischer Zugvogel, der sich entschloß, für den Winter nicht nach Süden zu fliegen. Das Wetter wurde jedoch bald so kalt, daß er sich doch zögernd auf den Weg nach Süden machte.

Innerhalb kurzer Zeit setzte sich jedoch Eis auf seinen Flügeln fest und fast steifgefroren fiel er auf einem Bauernhof auf den Boden.

Eine Kuh ging vorbei und schiß auf den kleinen Zugvogel. Der Vogel dachte, das ist das Ende, aber die Kuhscheiße wärmte ihn und taute seine Flügel auf. Warm und glücklich fing er an zu singen.

In diesem Moment schlich eine große Katze vorbei, und als sie das Gezwitscher hörte, untersuchte sie, woher es kam. Die Katze räumte die Kuhscheiße weg, fand den zwitschernden Vogel und fraß ihn auf. Die Moral von der Geschicht':
1. Nicht jeder, der auf Dich scheißt, ist notwendigerweise Dein Feind.
2. Nicht jeder, der Dich aus der Scheiße holt, ist notwendigerweise Dein Freund.

(Unbekannt)


Darin liegt die wahre Freude im Leben,
benutzt zu werden durch einen Zweck und ein Ziel, das von mir selbst als ein Großes angesehen wird, eine Naturgewalt zu sein, anstatt ein hektischer, selbstsüchtiger, kleiner Klumpen von Wehwehchen und Beschwerden, der darüber jammert, daß die Welt es sich nicht zum einzigen Daseinszweck erkoren hat, ihn glücklich zu machen.
Ich bin der Meinung, daß mein Leben der ganzen menschlichen Gemeinde gehört. Solange ich lebe, wird es mein Privileg sein, alles, was in meiner Macht steht, dafür zu tun.
Wenn ich einmal sterbe, dann möchte ich gründlich aufgebraucht sein.
Je härter ich arbeite, desto mehr lebe ich.
Ich liebe das Leben um seiner selbst Willen.
Das Leben ist für mich keine kurze Kerze, sondern vielmehr eine leuchtende Fackel, und ich bin mit der Aufgabe betraut, sie für die jeweilige Zeit zu tragen und dafür zu sorgen, daß sie hell lodert, wie es irgendwie nur geht, bevor ich sie an zukünftige Generationen weitergebe.

(George Bernard Shaw)


Das Leben ist ganz einfach:
Wir werden geboren,
rennen hin und her,
und eines Tages sind wir tot.

(unbekannt)


Ein Haufen Steine hört in dem Moment auf, nur ein Haufen Steine zu sein, in dem ein Mensch in ihm die Möglichkeit einer zukünftigen Kathedrale erblickt.

(Antoine de St. Exupery )


Mach Dich nicht über die Träume eines anderen lustig. Liebe leidenschaftlich.
Es kann sein, dass Dir dabei weh getan wird, aber es ist der einzige Weg, Dein Leben vollständig zu leben.
Erinnere Dich an Deine größte Liebe und an Deinen größten Erfolg. Beziehe dabei auch die größten Gefahren mit ein.
Respektiere Dich selbst.
Respektiere andere.
Übernehme Verantwortung für alles, was Du tust.

(Unbekannt)


Was es ist
Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
1
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

(Erich Fried)

  www.waterberg.ch back top