|
GESCHRIEBENES
Leben nichts als Leben:
Je mehr du gibst, um so mehr wächst du. Es muß
aber einer da sein, der empfangen kann. Und es ist
kein Geben, wenn man dabei nur verliert.
( Antoine de Saint-Exupéry)
Wenn wir nur für das Geld und den Gewinn arbeiten,
bauen wir uns ein Gefängnis und schließen
uns wie Klausner ein. Geld ist nur Schlacke und kann
nichts schaffen, was das Leben lebenswert macht.
(Antoine de Saint-Exupéry)
Die Erfahrung lehrt uns, daß Liebe nicht darin
besteht, daß man einander ansieht, sondern daß
man gemeinsam in gleicher Richtung blickt.
( Antoine de Saint-Exupéry)
Geschichten von Nasreddin Hoca:
Der Standpunkt
Nasreddin saß am Flussufer, als jemand vom anderen
Ufer aus rief: „Wie komme ich denn hier auf
die andere Seite?“ Drauf antwortete Nasreddin:
„Du bist auf der anderen Seite!“
Der Schmuggler
Wieder und wieder überquerte Nasreddin die Grenze
zwischen Persien und Griechenland auf Eselsrücken.
Jedes Mal hatte er zwei Körbe mit Stroh dabei
und kam ohne sie zurück. Jedes Mal untersuchte
die Wache ihn wegen Schmuggelware. Niemals fand man
etwas. „Was bringst du herüber?“,
fragten sie ihn. „Ich bin ein Schmuggler.“,
antwortete er immer. Jahre später, Nasreddin
machte einen immer wohlhabenderen Eindruck, zog er
nach Ägypten. Dort begegnete er einem der Grenzwächter.
„Sag einmal, Nasreddin, jetzt wo du außerhalb
der Gerichtsbarkeit von Griechenland und Persien bist
und hier in solchem Wohlstand lebst, sage mir doch,
was war es eigentlich, was du geschmuggelt hast, als
wir dich nie überführen konnten.“
„Esel“.
Hier zeigt Nasreddin, dass dem gewöhnlichen
Menschen ein großer Teil der Bedeutung des Lebens
entgeht, weil er in Schablonen denkt, und sich nicht
auf eine ganz andersartige Sicht der Dinge einstellen
kann. Er mag leben, ja sogar Fortschritte machen,
aber er versteht nicht alles, was um ihn her vorgeht.
Ich bin hier, weil es letztlich kein Entweichen vor
mir selbst gibt.
Ich bleibe solange auf der Flucht, bis ich mich Euren
Augen und Herzen zu stellen wage.
Ehe ich es nicht ertrage, mein innerstes Geheimnis
mit Euch zu teilen, kann ich nicht davon befreit werden.
Ich werde einsam bleiben.
Hier in der Gemeinschaft kann ich mir selbst begegnen,
nicht als Riese meiner Träume und auch nicht
als Zwerg meiner Ängste
sondern als Mensch, der als Teil des Ganzen mitwirkt.
Auf diesem gemeinsamen Grund kann ich Wurzeln schlagen
und wachsen.
Nicht mehr alleine wie im Tod,
sondern Lebendig als Mensch unter Menschen.
Beauvais
Die Perspektive
In einem chinesischen Dorf, damals als noch die Kaiser
regierten, wohnte einst ein Bauer. Es war ein sehr
armes Dorf, Hunger und Not waren alltägliche
Vertraute, und dieser Bauer war der einzige, der ein
Pferd besass und damit über einen gewissen Wohlstand
verfügte. Deshalb wurde er von seinen Nachbarn
bewundert.
Eines Tages brach dieses Pferd aus dem Stall aus
und verschwand. Darauf kamen seine Nachbarn zu ihm
gelaufen und beklagten sein Schicksal:
Ȁrmster, jetzt bist Du noch viel schlimmer
dran als wir.«
Der alte Bauer blieb stumm, sein Gesichtsausdruck
friedlich. Nach einiger Zeit, während der seine
Nachbarn immer noch jammerten und sein Schicksal beklagten,
stahlen sich jedoch kleine feine Lachfältchen
in sein zerfurchtes Pergamentgesicht und er sagte
bedächtig nur ein einziges Wort:
»Vielleicht.«
Nach einigen Tagen kehrte sein Pferd zurück.
Sie war eine rossige Stute und in ihrer Begleitung
befand sich ein Wildhengst. Nun besass er zwei Pferde.
Seine Nachbarn kamen wieder herbeigerannt, sprachen
in höchsten Tönen davon, was für ein
Glückskind er doch sei. Selbst Unglück wende
sich für ihn zu Glück.
Wiederum schwieg er eine lange Zeit, bevor er sprach:
»Vielleicht.«
Der Bauer hatte einen Sohn. Damals waren Söhne
für die Eltern die einzige Altersvorsorge und
dieser war ein ganz besonderes Prachtstück, stark
und treu. Er versuchte, den Wildhengst zuzureiten,
wurde abgeworfen und brach sich dabei ein Bein.
Die Nachbarn, kaum war ihnen dieser neue Schicksalsschlag
zu Ohren gekommen, eilten herbei, klagend und mitleidig.
Und wieder sagte er nur das eine Wort …
Nun begab sich zu dieser Zeit, dass Krieg ausbrach.
Der Kaiser schickte seine Werber übers Land,
um Soldaten auszuheben. Sie kamen auch in dieses Dorf,
nahmen mit Gewalt alle jungen Männer mit, in
eine mehr als ungewisse Zukunft, aus der sie möglicherweise
nicht zurückkehren würden.
Alle ausser einem.
Und der weise alte Chinese lächelte und sagte:
… usw. …
(Unbekannt)
Menschen sind Teil eines Ganzen, welches von uns
Universum genannt wird, ein Teil begrenzt durch Zeit
und Raum.
Wir erfahren uns selbst, unsere Gedanken und Gefühle,
als etwas getrennt vom Rest – als eine Art optische
Täuschung des Bewusstseins.
Diese Täuschung ist eine Art Gefängnis unser
selbst, das unsere persönlichen Wünsche
und unsere Zuneigung zu den wenigen vertrauten Personen
einschränkt.
Unsere Aufgabe muss es sein, uns selbst aus diesem
Gefängnis zu befreien, indem wir unseren Kreis
des Mitleids zu einem Umarmen aller lebenden Kreaturen
erweitern und die ganze Natur in ihrer Schönheit
erfassen.
(Albert Einstein)
Autobiographie in fünf Kapiteln:
1.) Ich gehe eine Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich falle hinein.
Ich bin verloren … ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder heraus zu kommen.
2.) Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich tue so, als
sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort
zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.
3.) Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein … aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.
4.) Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.
5.) Ich gehe eine andere Straße.
Die alten Schienen,
die ich jahrelang befuhr,
waren mir bekannt.
Unbekannt war mir
die Fahrtroute
die stand im Fahrplan Anderer
trotzdem wagte ich mich nicht
von diesen Schienen
bis ich entgleiste.
Jetzt lege ich
meine eigenen Schienen
von Station
zu Station.
(Unbekannt)
Der Spatz und der Kuhfladen
Es war einmal …
ein nonkonformistischer Zugvogel, der sich entschloß,
für den Winter nicht nach Süden zu fliegen.
Das Wetter wurde jedoch bald so kalt, daß er
sich doch zögernd auf den Weg nach Süden
machte.
Innerhalb kurzer Zeit setzte sich jedoch Eis auf
seinen Flügeln fest und fast steifgefroren fiel
er auf einem Bauernhof auf den Boden.
Eine Kuh ging vorbei und schiß auf den kleinen
Zugvogel. Der Vogel dachte, das ist das Ende, aber
die Kuhscheiße wärmte ihn und taute seine
Flügel auf. Warm und glücklich fing er an
zu singen.
In diesem Moment schlich eine große Katze vorbei,
und als sie das Gezwitscher hörte, untersuchte
sie, woher es kam. Die Katze räumte die Kuhscheiße
weg, fand den zwitschernden Vogel und fraß ihn
auf. Die Moral von der Geschicht':
1. Nicht jeder, der auf Dich scheißt, ist notwendigerweise
Dein Feind.
2. Nicht jeder, der Dich aus der Scheiße holt,
ist notwendigerweise Dein Freund.
(Unbekannt)
Darin liegt die wahre Freude im Leben,
benutzt zu werden durch einen Zweck und ein Ziel,
das von mir selbst als ein Großes angesehen
wird, eine Naturgewalt zu sein, anstatt ein hektischer,
selbstsüchtiger, kleiner Klumpen von Wehwehchen
und Beschwerden, der darüber jammert, daß
die Welt es sich nicht zum einzigen Daseinszweck erkoren
hat, ihn glücklich zu machen.
Ich bin der Meinung, daß mein Leben der ganzen
menschlichen Gemeinde gehört. Solange ich lebe,
wird es mein Privileg sein, alles, was in meiner Macht
steht, dafür zu tun.
Wenn ich einmal sterbe, dann möchte ich gründlich
aufgebraucht sein.
Je härter ich arbeite, desto mehr lebe ich.
Ich liebe das Leben um seiner selbst Willen.
Das Leben ist für mich keine kurze Kerze, sondern
vielmehr eine leuchtende Fackel, und ich bin mit der
Aufgabe betraut, sie für die jeweilige Zeit zu
tragen und dafür zu sorgen, daß sie hell
lodert, wie es irgendwie nur geht, bevor ich sie an
zukünftige Generationen weitergebe.
(George Bernard Shaw)
Das Leben ist ganz einfach:
Wir werden geboren,
rennen hin und her,
und eines Tages sind wir tot.
(unbekannt)
Ein Haufen Steine hört in dem Moment auf, nur
ein Haufen Steine zu sein, in dem ein Mensch in ihm
die Möglichkeit einer zukünftigen Kathedrale
erblickt.
(Antoine de St. Exupery )
Mach Dich nicht über die Träume eines anderen
lustig. Liebe leidenschaftlich.
Es kann sein, dass Dir dabei weh getan wird, aber
es ist der einzige Weg, Dein Leben vollständig
zu leben.
Erinnere Dich an Deine größte Liebe und
an Deinen größten Erfolg. Beziehe dabei
auch die größten Gefahren mit ein.
Respektiere Dich selbst.
Respektiere andere.
Übernehme Verantwortung für alles, was Du
tust.
(Unbekannt)
Was es ist
Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
1
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe
(Erich Fried)
|